Die „Schutzgemeinschaft Filder“ lädt ein:
„Stuttgart 21 wirft seinen Schatten auf die Filder“ Jahrhundertprojekt oder ungeklärtes Milliardenloch?
Vortrag von
Dr. Martin Vieregg Donnerstag 1. Juli 2010, 19.30 Uhr
in Leinfelden, Filderhalle, Bahnhofstr.61 Anschließend Diskussion mit dem Publikum

Für den Planungsabschnitt 1.3 des Projekts Stuttgart 21 (Filderbahnhöfe, Flughafenanschluss usw.) ist bisher noch nicht einmal ein Planfeststellungs- verfahren eingeleitet worden.
- Bis heute ist der, nach dem Hauptbahnhof schwierigste Abschnitt von Stuttgart 21, nämlich der Bereich „Messe, Flughafen, Filderbahnhof“, völlig in der Schwebe. Die Unklarheiten in diesem Abschnitt sind so groß, dass dort bis heute keine, –zwingend vorgeschriebene –, öffentliche Auslegung und Anhörung stattgefunden hat, und damit liegt erst recht kein gültiger Planfeststellungsbeschluss vor, der Voraussetzung für einen Baubeginn wäre.

Nach den bisherigen Erfahrungen bei anderen (problemloseren) Abschnitten zu Stuttgart 21 dauern diese Verfahren von der ersten öffentlichen Auslegung bis zu einem gerichtsfesten Planfeststellungsbeschluss drei bis fünf Jahre. Trotzdem wurde im Februar in Stuttgarter Hauptbahnhof ein Prellbock versetzt, als Zeichen für den Startbeginn von S 21. Bereits im nächsten Jahr wollen die Planer mit dem Graben eines Tunnels vom Zentrum Stuttgarts hinauf auf die Filder beginnen. Nur,- am anderen Ende des Tunnels ist dann immer noch nicht klar, ob es überhaupt weitergeht, ob die Bahnhöfe unter der Messe technisch so möglich sind, ob die Tunnelbauten genehmigungsfähig sind, ob es echte Lärmschutzmaßnahmen geben wird, ob die Gäubahnstrecke über Vaihingen stillgelegt werden kann, was der Mischverkehr auf der S-Bahntrasse durch L.-E. bedeutet, was die Filderbahnhöfe und die Tunnel kosten werden, was die Gerichte dazu sagen,
usw. Die S 21 - Planer hoffen wohl darauf, dass dann die
Sachzwänge irgendwelche, bisher noch nie erteilte Sondergenehmigungen erzwingen werden.

Unsere Mindestforderungen heißen:
Kein Abriss des Bonatzbaus und kein Tunnelanstich in Stuttgart, bevor nicht oben auf den Fildern Klarheit herrscht. So wie es im Moment aussieht, könnten die unausgegorenen Pläne auf den Fildern das gesamte S 21 -Projekt zum Scheitern bringen.
Die ernsthafte Verfolgung der intelligenten und kostengünstigen Alternative, nämlich die Ertüchtigung des bestehenden, hervorragend funktionierenden Kopfbahnhofs (K21) und eine vernünftige Weiterführung nach Ulm.

Schreiben Sie an ihre Abgeordneten in Land und Bund. Helfen Sie mit, unsere fruchtbare Filderebene zu bewahren. Unterstützen Sie die Arbeit der „Schutzgemeinschaft Filder e.V.“ sowie der lokalen Initiative „Lebenswertes Leinfelden-Echterdingen – Kein IC durch LE“.
Schutzgemeinschaft Filder e.V., Spendenkonto: Kreissparkasse Esslingen, Kontonr: 10597651, BLZ: 61150020 ViSdP: Schutzgemeinschaft Filder, Steffen Siegel, Neuhausen

Stuttgart 21 - was ist das?
Anfang der 90er Jahre kamen die Herren Rommel, Teufel, Wissmann, Dürr und andere auf die Idee, den Stuttgarter Kopfbahnhof als Durchgangsbahnhof unter die Erde und quer zu legen, um dann in einem fast 10 km langen, steilen Tunnel auf die Filder hinauf zum Flughafen zu fahren. Den wesentlichen Grund dafür nannte der damalige Messechef Gehring: „Der am Flughafen geplante ICE-Bahnhof ist eine Steilvorlage für die neue Messe.“ (EZ 19.1.95)

Die Messe ist inzwischen gebaut und schreibt, wie erwartet, rote Zahlen. Stuttgart 21 ist immer noch erst in den Startlöchern, die Kosten explodieren, Fachleute warnen vor ständig neuen unüberwindbaren Problemen.
Und dabei wurde das Projekt 1994 mit folgender Idee als Geniestreich verkauft:
Man lege den Bahnhof unter die Erde, verkaufe das Gelände darüber und finanziere damit den Tiefenbahnhof, sämtliche Tunnel, den Flughafenanschluss und die Trasse bis Wendlingen. Es war der größte Selbstbetrug in der Nachkriegsgeschichte Stuttgarts. Inzwischen heißt es offiziell, Stuttgart 21 koste 4,1 Milliarden Euro.
Viele unabhängige Gutachter kommen sogar auf 6 bis 9 Milliarden Euro. Was Pünktlichkeit und Betriebsabwicklung angeht, ist der Stuttgarter
Kopfbahnhof mit seinen 16 Bahngleisen einer der besten Bahnhöfe Deutschlands. Jetzt soll daraus ein Tiefbahnhof mit nur 8 Gleisen entstehen, der ökologisch, finanziell, aber auch bahnbetrieblich größte Probleme aufwirft.

Was hat dies alles mit den Fildern zu tun?
Nach den Plänen der S 21 Verfechter sollen die Gleise in einem steilen
Tunnel durch schwierigsten Untergrund unter den Weinbergen Stuttgarts auf die Fildern hinauf gelegt werden. Sobald man oben am Echterdinger Ei aus diesem Filderaufstiegstunnel ans Tageslicht kommt, spaltet sich die Trasse in drei Teile auf: 1. geradeaus geht es entlang der Autobahn Richtung Ulm, - 2. rechts abzweigend fährt man erneut in einen Tunnel zu einem eigenen, 26,4 Meter tief unter der Messe gelegenen ICE Bahnhof, - 3. links herum, in einem weiteren Tunnel, werden Regional- und Fernzüge zur bestehenden S-Bahn-Station beim Flughafen geführt, um dann weiter auf der S-Bahntrasse quer durch Leinfelden-Echterdingen zu donnern und über die Rohrer Kurve Richtung Horb und Zürich weiter zu fahren.

Hier nur einige wenige, der vielen Probleme, die sich daraus ergeben: - Der ICE Bahnhof liegt ca. 250 m weit von der S-Bahn-Station entfernt. - Seit Oktober 2007 ruht das Verfahren am Flughafen, weil Fernzüge und S-Bahnen nicht denselben Bahnhof nutzen dürfen, da sie verschieden hohe Bahnsteige benötigen. - Die, für die S-Bahn gedachten, zu engen Tunnel dürfen aus Sicherheitsgründen nicht von Fernzügen genutzt werden. - Doppelstockzüge können hier nicht verkehren. - Bei vielen Problemen hoffen die S 21-Planer seit Jahren auf Ausnahmegenehmigungen, die bisher in ähnlich gelagerten Fällen so noch nie erteilt worden sind. - Die von der S-Bahn und den Fernzügen gemeinsam genutzte S-Bahntrasse durch L.-E. wird zu einer deutlichen Verschlechterung des S-Bahntaktes und ihrer Busanbindungen führen. - Für die Schnellzüge sind die Kurven zu eng und die Gleise zu nah beieinander. - Die Bahn versucht für diesen Teil (Trasse durch L.-E.) kein Planfeststellungverfahren
durchzuführen, weil es ja eine schon bestehende Trasse sei. Dahinter steckt, dass dann die Bahn sich auch keine Gedanken um Lärmschutzmaßnahmen in L.-E. machen muss. - Die Trasse parallel zur Autobahn Richtung Wendlingen mit der problematischen Querung der Autobahn bei Neuhausen würde erneut viel besten Filderboden beanspruchen. usw.

Dr. Martin Vieregg ist Geschäftsführer des Büros „Vieregg-Rössler GmbH, Innovative Verkehrsberatung" Er wird zu den S-21-Plänen und zu den vielen Schwachstellen dieses Projekts, gerade auch auf den Fildern, referieren. Im Sommer 2008 hat dieses Büro eine detaillierte Kostenberechnung für Stuttgart 21 durchgeführt, in der es auf mindestens 6,9 Milliarden Euro Gesamtkosten kam. Die offiziellen Kostenberechnungen der Bahn sahen dagegen ganz anders aus. Auf Druck der Öffentlichkeit und vieler Fachleute erhöhte die Bahn Ende 2009 ihre bis dahin als unanfechtbar gehandelten Gesamtkosten von 3,1 auf 4,1 Milliarden Euro. Bereits 2008, also schon ein Jahr zuvor berechnete der nun wirklich unverdächtige Bundes-rechnungshof die S 21-Kosten auf mindestens 5,3 Milliarden Euro. Übrigens handelt es sich bei den Kosten immer nur um den S-21-Teil von Stuttgart bis Wendlingen. Für die Schnellbahntrasse entlang der Autobahn mit vielen Tunneln von Wendlingen bis Ulm kämen noch mal 3,5 bis 5 Milliarden Euro dazu.

Das Büro „Vieregg und Rössler“ hat sich gerade bei Kostenfragen einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Das Büro hatte Anfang 2007 bei der Transrapid-Magnetbahn, die das Zentrum Münchens mit dem Flughafen verbinden sollte, die Kosten ermittelt. Diese erwiesen sich als wesentlich höher als ursprünglich angesetzt. Die bayrische Landesregierung sah sich deshalb genötigt, sich von dem, in der Planung bereits weit fortgeschrittenen Projekt zu verabschieden.
“Vieregg und Rössler“ beschäftigen sich auch mit allen technischen Fragen, wie Tunnel- wandstärken, wie Güterverkehr, wie bahnbetriebliche Optimierungen usw. Sie haben sich aber auch sehr genau mit den Fragen der Planungen auf den Fildern auseinandergesetzt.

Die finanziellen Verstrickungen des Flughafens mit Stuttgart 21
Bereits im Sommer 2008 hat der Flughafen 112,2 Mio Euro direkt an die Bahn für Stuttgart 21 überwiesen, ohne Zweckbindung, ohne Risikoabsicherung, - niemand wusste wozu. Auf Nachfrage sagte ein Bahnsprecher 2008 zu den Flughafenmillionen: „Sonst wäre Stuttgart 21 nicht wirtschaftlich.“
Diese schon gezahlten 112,2 Mio tauchen in keiner Kostenrechnung des Landes oder der Bahn auf! Die getricksten 4,1 Mrd Gesamtkosten müssten ja schon allein deshalb mindestens auf 4,2 Mrd hochgesetzt werden. Insgesamt will der Flughafen 359 Millionen Euro zu Stuttgart 21 beitragen. Er erhofft sich durch den ICE Anschluss jährlich 1,5 Millionen mehr Fluggäste, - und das bei 8,9 Millionen Fluggästen im Jahr 2009, - mit allen Folgen für die geplagte Bevölkerung.
Hier wird jedes umweltbewusste Handeln auf den Kopf gestellt: Bahnfahrer sollen aufs Flugzeug umsteigen. Dabei wissen eigentlich alle, dass das Fliegen um ein Vielfaches klimaschädlicher ist als das Bahnfahren
.

Was sind schon 6,5 Milliarden Euro?
Der lockere Umgang mit Milliarden liegt wohl daran, dass man so große Zahlen nicht mehr denken kann. Um dies ein wenig anschaulicher zu machen, hier ein kleines Rechenbeispiel: Wenn man nur jeden Tag, auch sonntags, 100 000 Euro aufbringen würde, so müsste man dies 178 Jahre lang tun, um 6,5 Milliarden Euro (6 500 000 000) zusammenzubekommen.
Vor 178 Jahren, im Jahre 1832, - starb Johann Wolfgang von Goethe. Damals hätte man also beginnen müssen, täglich 100 000 Euro zu sparen um heute S 21 ansatzweise bezahlen zu können. Was hätte dieser große Geist wohl zu unseren heutigen Plänen gesagt?


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Dornstetten, den 15.05.2010

Beschluss der Kreisdelegiertenkonferenz des SPD-Kreisverbandes Freudenstadt am 15.05.2010 in Dornstetten


Sofortiger Ausstieg aus dem Projekt Stuttgart 21


Angesichts der sich immer mehr abzeichnenden deutlichen Mehrkosten für das Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“ und angesichts der in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise bestehenden prekären Finanzsituation von Bund, Ländern und Kommunen mit einem extrem hohen, in dieser Größenordnung bisher nicht bekannten Schuldenstand der öffentlichen Hand auf allen Ebenen und dadurch notwendigen tiefgreifenden Sparmassnahmen, insbesondere auch im Sozialbereich, fordert der SPD-Kreisverband Freudenstadt die Deutsche Bahn AG, den Bund und das Land auf, das Projekt "Stuttgart 21" aufzugeben und stattdessen die wesentlich kostengünstigere und nach Aussage fast aller Projekt unabhängiger Verkehrsexperten wesentlich sinnvollere Alternativprojekt "Kopfbahnhof 21" zu verfolgen. Die geplante Neubaustrecke Stuttgart –Ulm kann nach Aussage von Verkehrsexperten wie auch der Bahn genauso gut an den bestehenden und ertüchtigten Kopfbahnhof angeschlossen werden.

Die hierdurch einzusparenden Finanzmittel brauchen wir dringend für verkehrspolitisch sinnvolle und dringliche Eisenbahnprojekte wie z. B. zur Beschleunigung des für den internationalen Güterverkehr sehr wichtigen vierspurigen, gleichwohl die berechtigten Anliegerinteressen nach effektivem Lärmschutz berücksichtigenden Ausbau der Rheintalstrecke und für die vielen zum Ausbau und zur Attraktivitätssteigerung des Schienenverkehrs in der Fläche notwendigen Schienenverkehrsvorhaben. Diese Maßnahmen schaffen auch mindestens genau so viele Arbeitsplätze wie für „Stuttgart 21“ versprochen sind.


Begründung:

1.) Nur die Neubaustrecke führt zu den gewünschten Fahrtzeitgewinnen zwischen Stuttgart und Ulm. Diese ist genau so gut an den bestehenden Kopfbahnhof anbindbar.

Der angestrebte deutliche Fahrzeitzeitgewinn auf der Bahnstrecke Stuttgart – Ulm mit nahezu Halbierung der Fahrzeit wird nach Aussagen aller Fachleute allein durch die ebenfalls geplante Neubaustrecke erreicht. Diese kann jedoch auch nach Aussagen der Bahn genauso gut und vor allem wesentlich kostengünstiger an einen renovierten Kopfbahnhof angebunden werden – auch wenn von den maßgeblichen Verfechtern von Stuttgart 21 in irreführender Weise zur Durchsetzung dieses Projektes so getan wird, als wären beide Projekte zwingend miteinander verbunden. Auch die Anbindung des Flughafens wie auch die Anbindung der Region Ulm –Oberschwaben an den Flughafen ist beim Alternativkonzept Kopfbahnhof 21 vorgesehen.

2.) Stuttgart 21 ist verkehrspolitisch widersinnig: Es führt zu einem später nicht mehr korrigierbaren Engpass im wichtigsten Bahnknoten Stuttgart.

Auch angesichts der nur acht unterirdischen Gleisen sowie der bis auf eine zweigleisige Bypassverbindung von Stuttgart-Wangen her jeweils acht bis neun kilometerlangen, nur zweigleisigen (pro Richtung nur ein Gleis!) unterirdischen Zufahrtstrecken von Süden wie von Norden würde mit dem geplanten unterirdischen Durchgangsbahnhof in dem für Baden-Württemberg zentralen Eisenbahnknoten in Stuttgart ein später nicht mehr korrigierbarer Engpass („ein Nadelöhr“) insbesondere für den Regionalverkehr, in dem immerhin ca. 85 bis 90 % der den Stuttgarter Hauptbahnhof frequentierenden Reisenden unterwegs sind, geschaffen werden. Damit wäre der angestrebte und für die Schaffung attraktiver Umsteigezeiten besonders auch im Regionalverkehr notwendige integrale Taktverkehr - wie er seit nahezu dreißig Jahren mit Erfolg in unserem Nachbarland Schweiz praktiziert wird - im für Baden-Württemberg zentralen Eisenbahnknotenpunkt Stuttgart nicht mehr möglich.

3.) Der Kopfbahnhof ist wesentlich benutzerfreundlich.

Angesichts der Tatsache, dass der Stuttgarter Hauptbahnhof für viele Reisende der Endpunkt Ihre Reise sind, aber auch wegen den ebenerdigen Umsteigemöglichkeiten ist ein Kopfbahnhof wesentlich benutzerfreundlich. Beim unterirdischen Bahnhof sind aus Platzgründen nur schmale, gleichzeitig in eine Richtung abfallende Bahnsteige vorgesehen.

4.) Die Kosten: „Stuttgart 21“ wird gigantisch teuer und verhindert sinnvolle Schienenverkehrsprojekte im ganzen Land.

Immer deutlicher tritt zu Tage, dass das Projekt Stuttgart 21 deutlich teurer wird wie lange Zeit von seinen Verfechtern behauptet wurde. Nachdem jahrelang das Projekt von seinen Verfechtern absichtlich billig und das Alternativprojekt „Kopfbahnhof 21“ teuer gerechnet worden sind hat nun die Bahn in ihrer neueren Berechnung im Herbst 2009 als Baukosten von zunächst ca. 4,9 Mrd. Euro angegeben, dann aber unter politischem Druck „durch Einsparungen wie z. B. dünnere Tunnelwände“ die Kosten auf offiziell 4,1 Mrd. und damit unter die ursprünglich auch von Verfechtern dieses Projektes als oberste Schmerzgrenze genannte Zahl von 4,5 Mrd. Euro gedrückt. Die nun eingestandenen Kosten nähern sich aber immer mehr den im Jahr 2008 vom Bundesrechnungshof („vorsichtige Schätzung mindestens 5,3 Mrd. Euro“) und den 2009 von den renommierten Gutachtern Vieregg und Rössler (zwischen 6 und 8,6 Mrd. Euro) genannten Summen. Große Unsicherheiten bestehen hauptsächlich angesichts der bei „Stuttgart 21“ vorgesehenen ca. 66 Kilometer (!) an zu bauenden Tunnelstrecken in schwierigen geologischen Untergrund (z.B. anhydrithaltigem Gipskeuper).

Im Vergleich betragen nach Auskunft unabhängiger Experten die Kosten für den im Alternativprojekt „Kopfbahnhof 21“ vorgesehenen Umbau und die Ertüchtigung des jetzigen Kopfbahnhofes nur ein Drittel bis ein Viertel dieser Summe. Angesichts der nur ca. ein drittel betragenden Tunnelstrecken bei dem Alternativprojekt sind dessen Kosten auch besser zu kalkulieren. Dessen Umsetzung ist zudem in Etappen möglich und jederzeit korrigierbar.

Und der Stuttgarter Bevölkerung bleiben über die mit dem Bau des Tiefbahnhofes verbundenen und mindestens ein Jahrzehnt dauernden erheblichen Behinderungen und Einschränkungen erspart.

5.) Eine andere Verkehrspolitik ist notwendig: „Baden-Württemberg 21“ oder der Ausbau des Schienennetzes in der Fläche.
Statt eines extrem teuren und verkehrspolitisch fragwürdigen Großprojektes brauchen wir zum einen den für die internationale Güterverkehrsachse Nordsee – Italien/Mittelmeer dringend notwendigen beschleunigten und dabei die Anliegerinteressen nach Lärmschutz berücksichtigenden vierspurigen Ausbau der Rheintalstrecke. Seit dessen Baubeginn Ende der achtziger Jahre ist auf der Strecke Karlsruhe – Basel gerade mal ein Drittel ausgebaut. Bei einer Fortsetzung des Ausbaus in diesem Tempo wird der Gesamtausbau nach Berechnungen des VCD noch bis 2056 (!) und insgesamt für den Gesamtausbau knapp 70 Jahre (!) benötigen.

Und nachdem die Anrainerstädte und –regionalverbände der
Gäubahn, nach der Rheintalstrecke immerhin die zweitwichtigste Zulaufstrecke zu den Schweizer Alpentransversalen wie den Gotthard-Basistunnel, nach jahrzehntelanger erfolgloser Forderung nach einem zweigleisigen Wiederausbau zwischen Horb und Tuttlingen die eigentlich vom Bund zu tragenden Planungskosten für einen zweigleisigen Ausbau auf einem ersten Teilstückes übernommen haben, droht dessen Realisierung an der aktuellen Finanzsituation zu scheitern.
Nicht zuletzt auch angesichts der drohenden und in ihrem Ausmaß bisher völlig unterschätzten globalen Klimaveränderung benötigen wir im Land einen Ausbau des Schienenverkehrs und eine Wiedererschließung der Fläche, also ein intelligentes Projekt „Baden-Württemberg 21“. Als Beispiele für dringende Maßnahmen seien hier z. B. die längst überfällige Elektrifizierung der Südbahn, Projekte wie die im Kreis Calw angedachte Schaffung einer Schienenverbindung in den Großraum Böblingen/Stuttgart mit Wiedereröffnung der Verbindung Calw – Weil der Stadt sowie der angedachten neue Verbindung Herrenberg – Nagold, das Stadtbahnkonzept der Region Neckar-Alb mit Wiederanschluss der Reutlinger Alb an das Schienennetz (viele weitere Schienenverkehrsprojekte im Land ließen sich anführen) genannt. Auch für den Großraum Stuttgart hat die Stuttgarter Zeitung z. B. im November 2009 über sinnvolle, jedoch derzeit nicht finanzierbare Aus- und Neubaubauprojekte von S-Bahn und Stadtbahn in der Region Stuttgart berichtet (Kommentar der Stuttgarter Zeitung: „Nicht alles was sinnvoll ist ist auch finanzierbar“).

Leider werden hier entsprechende Programme und Projekte unserer Landespartei (siehe z. B. die schon Jahre alte Broschüre „Neue Schienen für den Südwesten“ von Boris Palmer von den Grünen) schmerzlich vermisst.


6.) Auch bei diesen vielfältigen Projekten im Land werden Arbeitsplätze geschaffen – wahrscheinlich dauerhaft mehr wie bei Stuttgart 21.

7.) „Stuttgart 21“ zerstört den als Kulturerbe gehandelten Bonatzbau.
Das Bahnhofsgebäude des Stuttgarter Kopfbahnhof stellt eine der letzten Verkehrskathedralen der Moderne dar. Für den Erhalt haben sich seit Jahren eine Vielzahl renommierter internationaler Architekten eingesetzt. Nun ist eine Aufnahme dieses alten, gleichwohl immer noch jungen und lebendigen und voll funktionsfähigen Bahnhofsgebäudes in das Unesco-Weltkulturerbe gefordert.

8.) Die Negierung der Ablehnung in der Bevölkerung widerspricht demokratischen Regeln.

Die innerhalb kurzer Zeit gesammelte Zahl an Unterschriften beim Bürgerbegehren, die Ergebnisse von Umfragen in den letzten Jahren in der Stuttgarter Presse wie auch die für unserer Partei sehr schmerzhaften vergangenen Wahlen haben sehr deutlich gezeigt, dass auch eine große Mehrheit der Stuttgarter Bevölkerung das Projekt Stuttgart 21 ablehnt. Unabhängige Umfragen zeigen eine konstante ablehnende Mehrheit sowohl in Stuttgart wie im ganzen Land. Es widerspricht dem emanzipatorischen Grundverständnis der Sozialdemokratie, wenn die SPD-Führung in Stuttgart trotz über 60 000 Stimmen beim Bürgerbegehren einen Bürgerentscheid mit abgelehnt hat.


9.) Thema Reisekultur
Gemessen an dem Landschaftsgenuss der jetzigen Einfahrt in den Talkessel, sei es von Süden über Cannstatt kommend, aber insbesondere auch von Norden oder der Gäubahn, ist die viele kilometerlange Fahrt durch unterirdische Tunnel eine extrem öde Angelegenheit. Hinsichtlich dem Fahr- oder Reiseerlebnis ist fast kein größerer Gegensatz denkbar. Für mich unverständlich ist, dass es in der doch nicht ganz unberechtigt ob ihrer Reize stolzen Stadt Stuttgart Entscheidungsträger geben kann, die Reisende und Gäste unter der Stadt durchschicken möchten, ohne dass diese auch nur einen blassen Eindruck von dieser Stadt erhalten.

Wir fordern deshalb den Bund, das Land, die Stadt Stuttgart und die Bahn auf, endlich das widersinnige Großprojekt „Stuttgart 21“ aufzugeben. Gleichzeitig fordern wir die SPD-Landtagsfraktion wie auch den Landesvorstand auf, ihre bisher mehrheitlich dieses Projekt unterstützende Haltung zu ändern und den Kontakt mit den Vertretern des Alternativkonzeptes mit Erhalt und Modernisierung des Kopfbahnhofes zu suchen. Es ist schlichtweg unverständlich, wenn Frankfurt und München aus guten Gründen ihre weniger leistungsfähigeren Kopfbahnhöfe behalten und entsprechende Planungen zu unterirdischen Bahnhöfen rasch verworfen haben, Stuttgart aber immer noch stur an diesen unsinnigen Tiefbahnhofplänen festhält.

Nehmen wir uns ein Vorbild an unserem Nachbarland Schweiz: dieses steckt seine Finanzmittel statt in einzelne Großprojekte primär in einen breiten Ausbau des Schienennetzes und tätigt dort Investitionen, wo ein maximaler Gewinn im Netz z. B. zum Ausbau des dort seit Jahrzehnten erfolgreich praktizierten integralen Taktfahrplan zu erwarten ist.

SPD-Kreisverband Freudenstadt
Reichsstraße 25
72250 Freudenstadt

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Herzpatient Stuttgart, Satire



Stuttgarter Parkzeitung (SPZ) vom 13.03.2010. Medizinisches Gutachten des Patienten Stuttgart. Professor Dr. Hans Schönstadt von der Ärztevereinigung Bleib ehrlich Doc hat den Patienten eingehenduntersucht und festgestellt, dass er zwar ein nicht mehr ganz junges aber für sein Alter sehr leistungsfähiges Herz hat. Einzige Auffälligkeiten entstehen durch einen leicht erhöhten Blutdruck in den Morgen- und Abendstunden.

Dies sei aber erklärlich durch die verstärkte Aktivität in diesen Zeiten. Eine Verbesserung könnte durch Korrekturen und Erneuerungen im Zu- und Abflussbereich mit relativ einfachem Aufwand erreicht werden. Die vom Bahnmedizinischen Institut dem Patienten offerierte und bereits durch eine unterschriebene Erklärung abgeschwatzte Variante sei mit erheblichen Risiken behaftet. Von einem chirurgischen Eingriff bei dem ein neues Herz ins Innere des Körpers in die Nähe des Rückgrads verlegt, sowie die alten Herzkammern entweder entfernt oder stillgelegt werden, hätte er noch nie gehört.

Selbstverständlich seien ihm die Möglichkeiten eines Bypasses bei einem kranken Herzen bekannt, aber dass ein gesundes Organ einfach überbrückt werden soll, ist ein sehr ungewöhnliches Vorgehen. Dies sehe nach einer Klempnerarbeit oder eher der eines Elektrikers aus, meint Schönstadt. Hauptsicherung überbrücken, Strom drauf und wenn es raucht kommt die Feuerwehr.

Auch bei dem Gedanken, dass das neue Herz um die Hälfte kleiner sein soll als das alte, sträuben sich ihm alle Haare. Um dieselbe Pumpleistung zu erhalten, müsse dann die Taktzahl erhöht werden und einen erhöhten Puls nimmt kein Arzt gerne in Kauf. Die gleichzeitige Entfernung eines Lungenflügels während der OP und die durch Feuchtigkeitsentziehung entstehende Gefährdung des anderen lässt ihn das Schlimmste befürchten.

Eine künstliche Beatmung eines Patienten dieser Größe sei schwierig und aus seiner Sicht gar unmöglich. Die Belastung des nicht schienengebundenen Kreislaufsystems durch den Eingriff sei unvorhersehbar und nicht koordinierbar, da hier andere Ärzteteams und Krankenkassen zuständig seien.

Auf die Frage, warum das Ganze, meint Schönstadt, dass hier ein ehrgeiziges und arrogantes Ärzteteam mal was ganz Neues ausprobieren will. Unterstützung erhält es durch die Instrumenten- und Wundheilungsindustrie, die Geräte und Material in großem Umfang umzusetzen gedenkt und die Erlöse bereits in die Betriebsergebnisse der nächsten Jahre eingerechnet hat. Dadurch entsteht dieser Dapferles-Druck, das Projekt mit allen Mitteln durchzuziehen.

Auf die Kosten des Eingriffs angesprochen erklärt Schönstadt, dass es überhaupt nicht sicher sei, dass die Krankenkasse alles übernimmt und der Patient, falls er es überlebt, auf einem Teil der Kosten sitzenbleiben könnte. Er werde wahrscheinlich nicht gesünder aber sicher um einiges ärmer aus der Sache herauskommen.

Außerdem kenne er andere Patienten im Rheintal oder Ruhrgebiet, die viel kränker seien und diese Gelder besser brauchen könnten. Auf das Fazit angesprochen, sagt Schönstadt, dass der Patient aufgrund der langen Dauer des Eingriffs und der anschließenden Rehabilitation, wie Lungenaufbau etc. niemals wieder seine heutige Vitalität erreichen wird. (Michael Reuther)

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Matthias Monninger Dipl. Ing. Agr. (FH)

parteilos, Nachfahre Schweizer Bergbauern, die in Zeiten vor dem Steuergeheimnis aus wirtschaftlichen Gründen nach Baden Württemberg auswanderten und es dort durch Fleiß und Ausdauer zu bescheidenem Wohlstand gebracht haben.

Offener Brief an Frau Bundeskanzlerin Merkel zu Stuttgart 21

Februar 2010

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,


hiermit eröffne ich den Landtagswahlkampf für Baden Württemberg nächstes Jahr.

Mein konservativ-ökologischer Bauch, mein sozial-liberales Herz und mein Verstand, der manchmal schneller, manchmal langsamer als die anderen beiden ist, wenden sich an sie, weil sie vermutlich verstehen, dass so etwas in Zeiten von Twitter und Facebook möglich ist.

Ich weiß schon, dass ich mich eigentlich an die Stammesfürsten unseres Bergvolkes wenden müsste. Ich weiß aber auch nicht, was da los ist. Irgendwie hören die nicht mehr so richtig zu. Und ich glaube sogar, die würden das gar nicht verstehen. Sie und ich, Frau Merkel wissen ja auch, dass in der Politik hin und wieder ein Euphemismus nötig ist. Gib diesen Plebejern Brot und Spiele und die werden schon still halten. Und ich weiß natürlich, dass so etwas, wie das Wachstumsförderungsgesetz, 30 Jahre nach dem Bericht des Club of Rom, nicht von Ihnen stammt, sondern den Verhältnissen (FDP) geschuldet ist. Wir wissen doch beide, dass man fünfe manchmal gerade sein lassen muss.

Was man jedoch nicht tun sollte, und hier meldet sich mein konservativer Bauch: Man sollte seine Wähler nicht ständig und immer wieder anlügen und für dumm verkaufen. Also mir macht das schlechte Laune Frau Merkel. Ehrlich. Man zieht keinen gesunden Zahn, nur weil man einen Künstlichen möchte. Man vergräbt keinen Bahnhof, der Bestnoten erhält und in seinem jetzigen verwahrlosten Zustand besser ist als der neue Tunnelbahnhof. Ich möchte Sie aber nicht mit Details belästigen und komme zum Eigentlichen. Mir geht es natürlich um die CDU in unserem Bundesland und Ihren Einfluss, Frau Merkel.

Mit OB Schuster müssen Sie nicht reden. Das Stadtparlament ist schon in grüner Hand und er braucht sich auch zur OB Wahl in zwei Jahren nicht mehr aufstellen lassen (ja, so ist die Stimmung hier). Nächstes Jahr sind Landtagswahlen und der neue Ministerpräsident, Herr Mappus, möchte gewählt werden. Frau Merkel, sie sollten ihm mitteilen, dass man von den Bürgern gewählt wird. 70 % der Stuttgarter und 60 % der Baden Württemberger lehnen Stuttgart 21 ab (Emnid).

Herrn Grube könnten sie daran erinnern, dass er nun Bahnchef ist und ihm somit Bahnbetrieb und Bahnkunden nicht gleichgültig sein sollten. Auf diesem Projekt liegt kein Segen. Das ist weder ein konservatives Projekt noch ein Wirtschaftliches und kein Soziales und kein Ökologisches und nicht einmal ein bahnbetrieblich Sinnvolles. Hier wird gleich gegen mehrere (ungeschriebene) (Lebens) Gesetze verstoßen. Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird (Heinz von Förster).

Hier wird gegen eine Maxime Kants verstoßen, der seine Ethik, sofern sie sich auf eine öffentliche und nicht persönliche Moral bezieht, der Obhut des gebildeten Publikums anvertraute. Öffentlich kann nur bestehen, was ein öffentliches Gespräch übersteht. Diese scheinbar triviale Feststellung enthält das Versprechen, dass ein (moralischer) Fortschritt möglich ist, wenn die verfügende (Verfügungswissen, Mittelstraß) Macht öffentlich ihre Orientierung (und so zum Orientierungswissen macht) sucht - auch wenn ihr dabei der Wind ins Gesicht weht.

Dieses Projekt ist vom letzten Jahrtausend, geplant von gestrigen Politikern. Jetzt wollen sie die Seitenflügel abreißen und den Park zerstören, obwohl noch nicht alle Bauabschnitte planfestgestellt sind und obwohl die NBS Wendlingen – Ulm noch nicht in trockenen Tüchern ist. Frau Merkel, das ist Gewalt. Das ist eine Kriegserklärung an uns Stuttgarter und an die Bahnfahrer.

Nun werde ich twittern und simsen und mailen und sogar telefonieren und mit meinem konservativen Umfeld reden und denen nahelegen, sie sollen eine Partei wählen, die sich um das Gemeinwohl kümmert.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Monninger

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felder_01

Muschdrlendle 1977 – 2010 von Thomas Felder

An dr Schbitz vo älle Bondesländer
Schdoot a Land wie s kaum a scheeners geit - fallera.
S blüüt em Früüjoor, Sommer, Herbscht ond Wender,
S isch halts Muschdrlendle, sagat älle Leit.

Oefach bombamäßige Erträg
– En dr Landwirtschaft ond en dr Induschdrii –
Könnat onsre Ondrneemer älle Däg
Auf iir Kondo buacha; s lauft halt wie no nie.

Dass so weiderlauft en Saus ond Braus wie bisher,
Brauch mr saubra atomara Energie.
Fir da Abfall ond fird Kialong haldad Fliss her,
Ond dr Grenzwert hoeßt jetz lach mal ix gleich pi;
Wie er übermorga hoeßt, des woeß ma nie.

Manche sagat, s dädad schderba onsre Wälder;
Doch d Regierong saet: »Des goot ons gar nix a.
Do verschwenda mir no koene Schdeuergelder,
Solang ma s no als Bauholz (Brennholz) braucha ka.«

En de Schdäd vom Wirddaberger Ländle
Wird am fleißigschda vo älle Schdäd saniert:
Jedes Hochhaus kriegt a butzigs Rasarändle,
Ällas andre wird em Viereck beddoniert.

Onsre Audos, Porsche ond Mercedes,
Send de beschde Audos von dr ganza Welt.
Abr lieber laufsch gao nocham Gschäft per pedes,
No bisch schneller ond kommsch weiter für dae Geld.

En dr Landeshoaptschdad zwischa Wald ond Räaba,
Glei ondrhalb vom scheena Fernsääturm,
Daffat Audofaarer s Dageslicht erläaba,
Dr normale Mensch kriacht onda wie a Wurm.

Wennde en dr Ondrfiirong ammol schdao bleibsdch,
Ond zom Beischbiil so a Liad wie des do sengsch,
Kommt dae Fraend ond Helfer, fiirt de ab ond schao bleibsch
Nemme schdao, weil de mit dam jetz zemmahengsch.

Onser Land hot König, aber oone Krona:
Vornadra ein gottsallmächtiger Konzern (der middam Schdern).
Der kassiert von ons die diggschde Subvenziona,
Ond Minischder schbiilat d Geldbriefträger gern.
Günther (Cäsar) Öttinger der hot mol gmoet: »Jetz danz ich
Aufam Glatteis hendrm Filbinger saem Sarg.«
Nach der Rutschpartie vor Stuttgart einundzwanzig
Reibt er sich saen Zenga em Europapark. Ou nou, ou nou,
»Ou my Nousaboun does whya very arg!«

Brutus Mappe, dieses junge, braune, kranke,
falsche Häslein hinter Grube saß und schlief.
S ganze Schuschdr-Schbekulandapack sagt: »Danke!«
Ond dr Landessäaga hängt verquer ond schief.
Ja Noe! Ja Noe!
S leit koe Säaga auf dam Filz ond Mief!

Do wird gmauschlat, do wird gschmiert, ond do wird gloga,
Dass s vom Keller onda rauf zom Hemmel schreit.
Do hot s Eisaträger, schwere, schao verboga,
Ziagat d Notbrems, Leit, jetz braucht s an Schdreit!

S hand doch oesasächzigdausad onderschriiba,
Ond dia wellat, dass der Baahof schdanda bleibt.
So vill Schduagrtr hots no nie aufd Schdrooßa triiba,
Wies jetzt jeda Mondagobad doher treibt.
Ja Woll! Ja Woll!
Ond dia wellat dass der Baahof schdanda bleibt.
Ja, mir wellat dass der Baahof schdanda bleibt,
Ond bleibat schdanda bis der Baahof schdanda bleibt.
Mir bleibat schdanda bis der Baahof schdanda bleibt!
Bleibat oba bis der Baahof oba bleibt!!


© Thomas Felder Musik&Wort
Jede Vervielfältigung ist ausdrücklich erwünscht!
Selber schuld sind Falschzitierer wie Stefan Mappus
am 29.01.10 in Untergruppenbach:
»An der Spitze aller Bildungsländer...«

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fon/fax: 07072 3120
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Was sagt Bayern 2, RadioMicro zu „Stuttgart 21“? Am 5.1.2010 2 x gesendet


(Telefonprotokoll)

Stuttgart 21 – das ist der Begriff, hinter dem sich eine städtebauliche Neustrukturierung Stuttgarts verbirgt, die in den Augen ihrer Planer so gewaltig ausfallen soll, dass sie die Ziffer des neuen Jahrhunderts bekam. Stuttgart 21 vereint Beschleunigung des Unterwegsseins und Gewinnmaximierung innerstädtischer Grundstücke und sieht vor, anstelle des fast 100 Jahre alten Kopfbahnhofs einen unterirdischen Durchgangsbahnhof für Schnellzüge zu errichten.

In Streichen haben die Schwaben traurige Berühmtheit erlangt mit den nach ihnen benannten Schwabenstreichen. Wie es heißt, schreiben sie derzeit eifrig an einer Fortsetzung, und zwar quer durch alle Parteien. Da sind zum einen die Befürworter des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs, die Bahn, das Land, die Stadt Stuttgart. In strahlenden Farben schildern sie die geplanten unterirdischen Gleisanlagen. Alles mutet wie ein Paradies der Zukunft an. Das Gewölbe wird von eleganten Säulen getragen, runde verglaste Ausblicke werden für Tageslicht sorgen, damit der Bahnreisende nicht Platzangst bekommt. 3 Milliarden seien dafür nicht zu viel. Jetzt aber steht fest, dass alles ein Drittel teurer werden wird. Die Bahn hatte zwar immer damit geprotzt, dass sie den größten Teil der Kosten übernehme, aber sie bekommt ja auch etwas dafür, denn das frei werdende Gelände kann in Zentrumsnähe gegen gutes Geld veräußert werden, für rund eine halbe Milliarde hat die Bahn das bislang wohl auch schon getan. Sollte sie am Ende gar die Gewinnerin sein?

Zeter und Mordio schreien die Gegner des Projekts. Bei einer solchen Preissteigerung müsse eine Bürgerbefragung her. Das sei nur rechtens. Von wegen, wendet der Stuttgarter Oberbürgermeister ein, die Bürger hätten hier nichts mehr einzuwenden. Wie der Zwist enden wird, ist noch nicht abzusehen. Immerhin, im Stuttgarter Gemeinderat haben die Grünen seit der letzten Wahl die Oberhand, und die waren von jeher gegen Stuttgart 21, nicht zuletzt, weil dem geplanten Bau eines neuen Stadtviertels auf dem Gelände des alten Bahnhofs samt der Gleisanlagen rund 300 uralte Bäume zum Opfer fallen sollen. Der Turm des altehrwürdigen Stuttgarter Hauptbahnhofs solle bleiben, meinen beschwichtigend die Planer, möglicherweise auch die Hauptfassade mit der Eingangshalle. Leeres Relikt, wenden die Gegner ein, und der Ton wird – wie bei derlei Streichen üblich – unangemessen laut. Von der Stuttgart-21-Mafia ist die Rede. Und der Ministerpräsident, noch im Amt, demnächst nach Brüssel entschwindend, macht Witze über die als Montagsproteste bekannt gewordene Reaktion.

Und dann gibt es in diesem Schwabenstreich noch die Kulturbeflissenen. Die Erben des großen Architekten wollen auf ihr Urheberrecht klagen. Experten wollen den Bahnhof in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufnehmen lassen. Auch die Akademie der Künste meldet sich aus dem fernen Berlin. Man nehme mit Entsetzen wahr, was sich da im schwäbischen Stuttgart tut. Der neue Bahnhof wird ...................... und der Reisende wird Stuttgart künftig anders wahrnehmen. Denn in einem Kopfbahnhof kommt man an. Mit dem geplanten Bahnhof wird Stuttgart zum Durchreisen degradiert.

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