2. Juni 2010, Text zum BLOG
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Steffen Siegel
(Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Filder)
Panoramastr.64/1
73765 Neuhausen
T:07158/5850



Presseerklärung der

Schutzgemeinschaft Filder e.V. 1.6.2010


Die Messebetreiber sind nicht bei Sinnen, wenn sie eine Erweiterung fordern.
Die Killesbergmesse war erfolgreicher als die Fildermesse.



„Die Messebetreiber sind völlig durchgeknallt, wenn sie jetzt eine Erweiterung um 30% fordern. Die alte Messe auf dem Killesberg hat in den 90er Jahren wesentlich bessere Ergebnisse erzielt als die neue Messe auf den Fildern“, so Steffen Siegel, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Filder,- “eigentlich müssten die Betreiber in Sack und Asche gehen, statt sich auch noch mit Ausweitungsplänen zu brüsten“.

Der Öffentlichkeit werde vorgemacht, die Messe liefe prächtig.
Die Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache.
Dabei ist es schwierig, verlässliche Zahlen zu bekommen, da „ die LMS keinen jährlichen Geschäftsbericht erstellt“, wie der Schutzgemeinschaft auf Nachfrage mitgeteilt wurde.
Es ist kaum zu glauben, dass ein Betrieb dieser Größenordnung keinen jährlichen Geschäftsbericht erstellt, oder will man die tiefroten Zahlen einfach der Öffentlichkeit vorenthalten?

1997 hat die IHK ein Gutachten in Auftrag gegeben(Prognos, „Regionalwirtschaftliche Wirkungen der Messe Stuttgart“), in der die Daten für die Killesbergmesse aufgeführt werden. Darin steht, dass 1996 die Messe auf dem Killesberg 1,65 Millionen Besucher
anzog.

In der neuen Großmesse auf den Fildern waren es 2009 nur 1,1 Millionen Besucher und die Prognose für 2010 sieht ebenfalls nur 1,1 Millionen vor.
Wir haben also heute nur mehr 2/3 der Besucherzahlen von vor 14 Jahren auf dem Killesberg. Das ist ein Offenbarungseid.
Die Anzahl der Messen (Veranstaltungen) ist nahezu gleich (1996: 52 heute 55).
Der Personalstand ist von damals 280 auf heute 270 gesunken.

Beim Durchdrücken der Fildermesse hat man mit Unmengen Steuergeld, mit brachialen Methoden gegenüber den Grundbesitzern, ja mit einem höchstfragwürdigen, eigens erstellten Landesmessegesetz gearbeitet, mit dem Ergebnis, dass man jetzt wesentlich schlechter dasteht als zuvor.

Die fruchtbaren Filderfelder sind für alle Ewigkeit zerstört worden. Auf ihnen wurden Messehallen errichtet, die über große Teile des Jahres leerstehen.

Die Anbindung der Fildermesse wurde als wichtiges Argument für das Projekt Stuttgart 21
gehandelt. Allerdings dachte niemand an eine Messe, die schlechter ist als die auf dem Killesberg..


Die Messe ist noch bei weitem nicht abgezahlt, der Flughafen pumpt Geld hinein, die Wirtschaft weigert sich, ihren Anteil beizutragen und die Betreiber sprechen von Erweiterung. Das ist zynisch.

PS:

Auf unsere Anfrage bei der Messe erhielten wir folgendes Mail:

„Da die LMS, wie bereits telefonisch mitgeteilt, keinen jährlichen
Geschäftsbericht erstellt, wurden für Sie die relevanten Zahlen der Jahre 2007, 2008, 2009 und 2010 (Plan) in angehängter Datei entsprechend zusammen gefasst.“

Diese Datei schicken wir zur Information im Anhang mit,
ebenso einen Ausschnitt aus dem Prognosgutachten von 1997







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Von: Buergerinfo
Betreff: Az.: L 23 - RE/KB 23309 Bahn - Stuttgart 21
Datum: 9. April 2010 12:00:12 MESZ
An: Siegfried Busch

Sehr geehrter Herr Busch,

vielen Dank für Ihr Schreiben an Herrn Bundesminister Dr. Peter Ramsauer. Herr Minister hat mich gebeten, Ihnen zu schreiben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Herr Dr. Ramsauer aufgrund der Vielzahl eingehender Anfragen nicht persönlich antworten kann.

Zunächst bitte für die späte Beantwortung um Entschuldigung. Ich kann nachvollziehen, dass Sie Ihre Meinung zum Thema *Stuttgart 21* haben. Gern möchte ich allerdings auch die Gelegenheit nutzen und Ihnen aus der Sicht und Zuständigkeit des Rundesministeriums für Verkehr, Rau und Stadtentwicklung eine Antwort geben.

Bei Stuttgart 21 handelt es sich nicht um ein Projekt des Bedarfsplans für die Schienenwege des Bundes, sondern um ein eigenwirtschaftliches Projekt der DB AG. Die Eisenbahninfrastrukturunternehmen sind Vorhabenträger und Bauherr. Das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, der Verband Region Stuttgart und die Flughafen Stuttgart GmbH beteiligen sich als Aufgabenträger an der Finanzierung.

Die Neubaustrecke (NBS) Wendlingen - Ulm ist Bestandteil des *Vordringlichen Bedarfs* des geltenden Bedarfsplans für die Bundesschienenwege. Es besteht ein großes Bundesinteresse. Sowohl Stuttgart 21 als auch die NBS Wendlingen - Ulm gehören zur Magistrale für Europa, die von Paris über Stuttgart, München und Bratislava bis Budapest führt. Der Raum Stuttgart und die Strecke über die Alb nach Ulm sind erhebliche Engpässe auf dieser Relation, die mit den beiden Projekten beseitigt werden.

Die Einzelfinanzierungsvereinbarungen zu beiden Vorhaben wurden im Einvernehmen mit BMF und BRH zwischen Bund und DB AG am 02. April 2009 unterzeichnet. Mit den unterzeichneten Verträgen wurden die Rahmenvereinbarung vom 07.11.1995 sowie das MoU und Eckpunktepapier vom 19.07.2007 zum Projekt Stuttgart 21 umgesetzt. Die aktuelle Kostenkalkulation der DB AG hat für Stuttgart 21 Gesamtprojektkosten i.H.v. 4.088 Mio. € ergeben. Darin sind neben Bau- und Planungskosten auch inflationsbedingte Kostensteigerungen der Zukunft enthalten. Der von der DB AG angesetzte Kostenrahmen von 4.500 Mio. € wird nicht erreicht und überschritten. Die Mehrkosten gegenüber den ursprünglich kalkulierten 3.076 Mio. € werden über die bereits vereinbarte Risikovorsorge i.H.v. 1.450 Mio. € ausgeglichen. Es verbleibt noch ein Risikoschirm von 438 Mio. Daraufhin ist die  Entscheidung zugunsten Stuttgart 21 durch den Lenkungskreis am 10.12.2009 endgültig getroffen worden. Das Vorhaben wurde am 02.02.2010 offiziell begonnen. Die Gesamtkosten für das Bedarfsplanvorhaben NBS Wendlingen - Ulm betragen nach der bisherigen Kostenkalkulation mit Preis- und Planungsstand 2004 2.025 Mio. €.

Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit einem nicht rückzahlbaren Baukostenzuschuss (BKZ) von 950 Mio. € ab 2010 an der NBS und ermöglicht damit die vom Land gewünschte frühere Realisierung dieser Maßnahme. Die 2006 durchgeführte Wirtschaftlichkeitsberechnung für beide Projekte wurde von der DB AG erstellt. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung wurde im Auftrag des Bundes durch eine Wirtschaftsprüfergesellschaft im Jahr 2007
geprüft.

Der Bedarfsplan für den Ausbau der Bundesschienenwege wird nach dem Bundesschienenwegeausbaugesetz regelmäßig überprüft. In diesem Rahmen wird auch die NBS Wendlingen - Ulm neu bewertet. Ergebnisse der derzeit
laufenden Überprüfung werden im ersten Halbjahr 2010 erwartet. Der Bund übernimmt mit einem Festbetrag i.H.v. 563,8 Mio. € für das Projekt *Stuttgart 21* den Anteil, der für die Einbindung der NBS in den Knoten Stuttgart auch ohne Verwirklichung von Stuttgart 21 erforderlich gewesen wäre. Darüber hinaus stellt er die Gesamtfinanzierung der NBS Wendlingen - Ulm ab 2016 sicher.

Ich danke Ihnen für Ihr Engagement und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Brigitte Käßbach

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Leserkommentar in der StZ vom 4.2.10
Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischer,
04.02.2010
Scharfe Kritik und helle Begeisterung
Stuttgart 21, eine Vision?

Die letzten Monate ließen es deutlich werden, dass das Projekt Stuttgart 21 keine einleuchtenden Vorteile gegenüber der K 21-Lösung zu bieten hat, aber wesentliche Nachteile:

1.Der bestehende Bahnhof wurde als marode und das Gleisfeld als kaputt, ja sogar als Schrotthaufen verunklimpft (von den Nichttechnikern: Oettinger, Schuster und Prof. Dr. Kußmaul (SPD)).Aus den Äußerungen dieser Herren ist zu schließen, dass sie rostig mit verrostet oder gar mit kaputt gleichsetzen. Sie wissen offenbar nicht, dass auch neue Gleise rostig aussehen. Was die ästhetische Seite betrifft, so haben sich diese Herren noch nicht mit der natürlichen Rostfärbung auseinander gesetzt (siehe z.B. "Wetterfester Baustahl", Merkblatt 434,Stahl-Informationszentrum). Und was ist mit Herrn Grube? Letzterer hat ja das scheinbar neutrale Wort "hässlicher Schandfleck" eingeführt. Dieses Wort schreit aber nach einem Schuldigen. Da die Schienen und Weichen nicht schuldig sein können, muss der Schuldige doch wohl die Bahn selbst sein.Oder?
All dieser Unsinn (oder Unwahrheiten?) der S 21 Protagonisten wurde aber von den Fachleuten widerlegt (durch Herrn Hopfenzitz, Prof. Bodack und durch das Schweigen der Bahnfachleute aus dem Bereich Netz). Tatsache ist, dass der Bahnhof und das Gleisfeld bis heute ihre Funktionen erfüllt haben, obwohl Herr Mehdorn zu wenig für die Wartung ausgeben ließ.

2.Der neue Tiefbahnhof wurde als leistungsfähigere Lösung propagiert (von den Herren Oettinger, Schuster, Drechsler....). Die Gutachten von den Herren Hopfenzitz, Prof. Bodack, Prof. Hesse und Prof. Monheim haben aber gezeigt, dass es gerade umgekehrt ist: Der Kopfbahnhof ist jetzt schon ohne Überholung leistungsfähiger und erst recht nach einer sinnvollen Überarbeitung. Nur er erfüllt die ITF-Fähigkeit. Der geplante Tiefbahnhof ist verkehrstechnisch störanfällig. Diese Tatsachen lassen darauf schließen, dass die Bahnkunden des Nahverkehrs Nachteile durch den Tiefbahnhof erleiden müssen, z.B. lange Wartezeiten bei Verspätungen.

3.Die S 21 Befürworter behaupteten, dass der Kopfbahnhof die schnellen Fernzüge behindern würde. Auch das ist widerlegt. Bei K 21 fahren diese Züge genau so schnell von Stuttgart nach Ulm. Die jüngste Äußerung von Herrn Oettinger, in der er das ProjektS 21 als "alternativlos" bezeichnete und noch den Hinweis gab, "wer es nicht wolle, riskiere, dass das Land nicht mehr erreichbar sei, ist schlicht Nonsens.

4.Die S 21 -Befürworter behaupten (Herr Schuster), ihre Lösung wäre ökologischer. Dabei wollen sie das Tal mit hohen Gebäuden verstellen, gefährden die Mineralquellen, sägen 300 Bäume ab und transportieren viele Kubikmeter Aushub über die Straßen.....und ..und...

5. Dass die Kosten bei Stuttgart 21 wesentlich höher werden als bei K 21 kann jedermann leicht erkennen: Zuerst muss bei S 21 das Gleisfeld wesenntlich verändert werden, weil man wegen der Baugrube für den Tiefbahnhof die Bahnsteige weiter nach außen verlegen muss. Das Gleisfeld muss daher auch noch verändert werden. Weiter müssen bei S 21 viel mehr Tunnelkilometer erstellt werden. Der Omnibusbahnhof soll nach Vaihingen verlegt werden und am Flughafen ist ein weiterer Bahnhof zu bauen für die schnellen Züge. Alles unnötige Mehrkosten.

Was bringen da noch geringe Vorteile von S 21 für den Bürger:
1. dass jeder dritte Schnellzug am Flughafen hält? Es werden nur wenige Reisende dieses Angebot nützen, weil die meisten Fluggäste aus der Region kommen und nicht wegen marginaler Zeitersparnis mit den teuren Zügen fahren.
2.dass bei S 21 mehr Bauflächen im Zentrum frei werden. Als Bürger (im Gegensatz zu Investoren) kann man sich fragen, was uns lieber ist: Bebauungen im ehemaligen Gleisfeld oder weitgehend freie Sicht bei der Zugeinfahrt nach Stuttgart und dazu noch ein freier Luftraum, der den Luftaustausch in diesem Bereich begünstigt. Bei diesem Punkt werden sich natürlich die Geister scheiden.

Es wäre von den S 21 Befürwortern ehrlicher gewesen, wenn sie zugegeben hätten, dass es ihnen zum Einen um diese freien Flächen geht und zum Anderen darum, dass möglichst viele Milliarden verbaut werden. Das scheint Grund genug S 21 toll zu finden. Nun haben sie viele Bürger verprellt. Eine Vision ist bei diesem Projekt für den Bürger nicht sichtbar. Ich z.B. kann nur das Motto erkennen:"Viel hilft viel". Wir kennen aber die Weisheit: "Weniger kann mehr sein". Allerdings muss man sich dann mehr Gedanken machen. Bei K 21 wurde das gemacht. Solches Denken ist heute angesagt. In S 21 steckt der Geist von gestern.
Was nun die vielen Allgemeinplätze angeht, die S21 rechtfertigen sollen (z.B. "Ein Leuchtturmprojekt mit internationaler Ausstrahlung" oder: "Wir brauchen Stuttgart 21, damit sich die Region in Baden-Württemberg so positiv weiterentwickelt, wie in den vergangenen Jahren" oder "Stuttgart 21 bietet mittel und langfristig riesige Möglichkeiten für die Region". Nehmen diese Leute eigentlich davon Kenntnis, dass wir über unsere Verhältnisse gelebt haben in Deutschland. Das "Weiter so" ist nicht angebracht"! Deutschland hat 1700 Milliarden Schulden angehäuft. Wollte man sie z.B. in 20 Jahren abtragen, dann müsste man bei einem Zinssatz von etwas über 4 % vom Jahreshaushalt ( etwa 280 Milliarden) jedes Jahr rund 100 Milliarden für Zins und Tilgung abführen. Das geht aber nicht.
Haben die S 21 Befürworter mal darüber nachgedacht, wie wir die Schulden abtragen können? Wissen sie, dass wir uns unsinnig teure Projekte gar nicht mehr leisten können?
Haben die S 21 Befürworter mal darüber nachgedacht, ob es nicht viel wichtigere Projekte in Deutschland gibt. Haben die Verantwortlichen von Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg mal darüber nachgedacht, ob es nicht wichtiger wäre, auch mehr Geld für die Bildung bereitzustellen?
Ich halte das Projekt K 21 für das zukunftweisendere. Auch von ihm gehen Impulse für die Wirtschaft aus und vor allem es kann sukzessive umgesetzt werden. Dabei kann man auch die Finanzen eher im Auge behalten.

Stuttgart 21 hat für mich nicht den Hauch einer Vision.

Manfred Fischer
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Offener Brief an Dr. Rüdiger Grube
Sehr geehrter Herr Dr. Grube,
Sie waren in der BMW-Niederlassung Stuttgart-Vaihingen und haben sich dort auch zu Stuttgart K21 geäußert. Wenn Sie von der  Stuttgarter Zeitung richtig zitiert worden sind, dann darf ich mich Ihnen nun als Stuttgarter Bürger vorstellen, der mit dem "Klammerbeutel gepudert" ist. Obwohl ich diesen unklaren Ausdruck schon einmal irgendwo gehört habe, muss ich Sie  - ehe ich zu meinem eigentlichen Anliegen komme - zuerst darum bitten, mir den Witz(?), den ich nicht verstehe, näher zu bringen, damit auch ich über Sie lachen kann.

Nun zu meinem eigentlichen Anliegen:
In der Stuttgarter Zeitung las ich eine weitere Aussage von Ihnen: ... Die Alternative K21 sei keine, da das Gleisvorfeld, das dabei erhalten bliebe
ein hässlicher Schandfleck sei...
Ich hatte zunächst vor, mir von Ihnen erläutern zu lassen, was Sie damit genau meinen. Ich bin dann aber zu der Überzeugung gekommen, dass dies zunächst nicht nötig ist, weil Sie es ja in die Öffentlichkeit hinein gesagt haben und die Öffentlichkeit versteht darunter, einfach das optische Bild der Gleisanlagen.
Der derzeitige Chef der Deutschen Bahn sagte somit den ungeheuerlichen Satz
"Die Gleisanlagen vom Kopfbahnhof Stuttgart sind ein Schandfleck"
Für mich ist dies eine absolute Entgleisung. Sie geht gar noch über die unsinnige Äußerung von K 21-Gegnern hinaus, die sich mit dem blöden Wort "Gleisgewurstel" bezüglich der Gleisanlagen vor dem Kopfbahnhof ebenfalls selbst blamieren.
Gleisanlagen (Schienen, Weichen und Signalanlagen) sind notwendige Anlagen für den Schienenverkehr. Sie sind jetzt etwa 150 Jahre in der Entwicklung und diese geht stets weiter, d.h. aber es handelt sich hierbei um hervorragende technische Einrichtungen, die von hervorragenden Ingenieuren und Konstrukteuren in Verbindung mit den Bahngesellschaften und den Gleis- und Weichenbaufirmen und den Stahlerzeugern entwickelt wurden und immer noch weiter entwickelt werden. Gleisanlagen gehören zu den Kultur-Gütern unserer Zeit. Nur
Kultur-Banausen, die  immer noch eine einseitige Sicht von Kultur und Ästhetik haben, können solch dumme Aussagen über Gleisanlagen machen. Sie haben von Industrie-Kultur noch nichts gehört, obgleich uns diese auf Schritt und Tritt begegnet. Denken wir nur einmal an schöne Veranstaltungshallen wie das Theaterhaus in Stuttgart, oder die Jahrhunderthalle in Bochum.
In Gleisanlagen stecken viele Erfindungen. So wäre zuerst einmal Hochachtung vor der bestens nachgewiesenen hohen technischen Leistung am Platze, auf die sich jeder Bahnfahrer schon verlassen hat und weiter verlassen muss. Dass sich die Ästhetik von Gleisanlagen offensichtlich nicht "jedermann" sofort aufschließt mag ja sein. Wer aber glaubt, das was er nicht sogleich durchschaut, mit unqualifizierten Äußerungen abtun zu müssen, disqualifiziert sich damit selbst.
Ich möchte behaupten, dass die meisten Stuttgarter dem Gleisfeld vor dem Bahnhof bewusst kaum begegnen. Sie sind aber nicht nur Nutznießer des Gleisfeldes im oben dargelegte Sinne sondern auch noch in ganz anderer Weise. Das Gleisfeld hat bislang den Blick auf die besondere Lage Stuttgarts geschützt! Sowohl der nach Stuttgart einfahrende Fahrgast der Bahn als auch der Fußgänger oder Autofahrer z.B. in der Heilbronner Str. hatte bislang noch weitgehend freie Sicht quer durch das Tal auf die schönen Hänge im Süden-Osten (z.B. Uhlandshöhe) und Norden-Westen (z.B. Killesberg). Diese Sicht ist einmalig und eine Werbung für Stuttgart! Leider wird sie derzeit mehr und mehr verstellt.
Ich kann es immer noch nicht glauben, dass Sie, Herr Dr. Grube, obige, fett gedruckte Bemerkung einfach so gemacht haben. Ihr Lebenslauf weist doch auch eine kurze technisch orientierte Seite aus. Ich stelle mir vor, was wohl die Bahnchefs vor Mehdorn über diese unqualifizierte Äußerung gesagt hätten. Ich stelle mir weiter vor, was sagen Ihre Mitarbeiter, die für die Sicherheit der Gleisanlagen verantwortlich sind, über diese Ihre
Entgleisung. Sie würden Sie vielleicht darauf hinweisen, dass der letzte Bahnchef dringende Erneuerungen unterdrückt hat, um eher an die Börse gehen zu können. Zu Ihren Gunsten nehme ich jetzt einfach mal an, dass Sie eigentlich meinen, dass nur von der Bahn vernachlässigte Gleisanlagen als Schandflecke zu bezeichnen sind. Dies kann aber kein allgemeingültiges Argument gegen Gleisanlagen von Kopfbahnhöfen, Rangierbahnhöfen (wie sie insbesondere für den Güterverkehr notwendig sind) oder von Industrieanlagen sein, die uns allen zu Diensten stehen.
Demjenigen, der sich mit der Ästhetik von Gleisanlagen schwer tut  (noch vor 70 bis 100 Jahren war dies kaum der Fall), dem empfehle ich im Jahr 2010 die "Europäische Kulturhautstadt Ruhrgebiet 2010" aufzusuchen. Er kann dort u.A. viele wunderbare industriekulturelle Bauten und Konstruktionen sehen und sich die Augen für eine nicht mehr ganz neue Sichtweise öffnen lassen.
Herr Grube, eine öffentliche Entschuldigung für Ihre unqualifizierte Aussage möchte ich Ihnen dringend anraten.
Mit freundlichem Gruß
Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischer
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Sehr geehrter Herr Drexler,

erst nachdem die Presse-Verlautbarung „Höchste Sicherheit bei Kosten und Tunnelbau“ auf die Herz-Website gestellt wurde, ist der Mitschnitt des Vortrags von Dr. M. Vieregg veröffentlicht worden mit den dabei gezeigten Folien. 

Vielleicht wäre ein Zusammentreffen oder öffentliche Diskussionen im Interesse der Sache sinnvoll, denn Stuttgart 21 ist umkehrbar entgegen den Verlautbarungen von Ihrer Seite.


Mit freundlichen Grüßen

gez. Siegfried Busch  
http://www.s21.siegfried-busch.de

N.S. Diese Mailpost an Sie steht auch auf meiner Website unter http://www.siegfried-busch.de/page68/page68.html

1.) Screenshot (Ausschnitt)  der 
Startseite  www.das-neue-herz-europas.de

Bildschirmfoto Ausschnitt
Titelfoto Nr.1 als Schwindel-Start http://www.das-neue-herz-europas.de/default.aspx
Der ICE reicht in der Höhe kaum bis zur Hälfte der Rolltreppe und der Decke Verteilerebene!

Da sieht die Visualisierung der Bahn (Ausschnitt) schon realistischer aus:
Bildschirmfoto 2009-12-19 um 23.53.18

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2.) Letzter Aufsatz auf der Bahn-Website als Reaktion auf die Vorträge Vieregg/Holzhey 
(http://www.kopfbahnhof-21.de/index.php?id=276) am 15.Dezember 2009 im Stuttgart Rathaus:

Höchste Sicherheit bei Kosten und Tunnelbau
http://www.das-neue-herz-europas.de/siteutilities/header/presse/20091216/default.aspx

(Stuttgart, 16.Dezember 2009)
Aktuelle Kostenüberprüfung der Bahn auf Preisstand 2009 Keine Veränderung bei Tunnellängen | Neubaustrecke Wendlingen-Ulm für Güterverkehr geeignet | Keine negativen Auswirkungen für das Bauvorhaben Karlsruhe-Basel zu befürchten.
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Kommentare von Siegfried Busch an Herrn Drexler
1. Höchste Sicherheit bei Kosten: Wer so wie Sie Herr Drexler eine Kostendarstellung noch im Oktober/November 2009 in alle Stuttgarter Briefkästen verteilen ließ, um dann wenige Wochen später um 1000 Millionen nach oben zu berichtigen, hat völlig verspielt und seine Glaubwürdigkeit verloren.
2. Höchste Sicherheit bei ...Tunnelbau: Wer Tunnelwände um die Hälfte dünner zu machen gedenkt, diese Maßnahme aber noch gar nicht genehmigt bekommen hat, andernorts dünnere Tunnelwände zu Schäden führten, muss sich unqualifizierte Großspurigkeit vorhalten lassen. Vgl. Chart 12 VR

3. Aktuelle Kostenüberprüfung der Bahn auf Preisstand 2009: Da die Bahn ihre Kostenberechnungen unter Verschluss hält, sind die veröffentlichten Zahlen wenig wert, viel weniger als die des Bundesrechnungshofs und von Gutachtern, die ihre Kalkulationen offen legen im Vergleich zu anderen aktuellen und abgerechneten Projekten.

4. Keine Veränderung bei Tunnellängen: Dr. Vieregg legte eine Folie vor mit den ursprünglichen und späteren Tunelllängen. Hat er die etwa erfunden? Vgl. Chart 9 VR. Klären Sie doch genauer auf!
5. Neubaustrecke Wendlingen-Ulm für Güterverkehr geeignet: Güterzugtauglichkeit steht nur auf dem Papier, es sind keine normalen, wirtschaftlichen Güterzüge möglich. Geislinger Steige: 25 Promille, 80 m Steigung am Stück, Neubaustrecke: 25 Promille, 400 m Steigung am Stück. Chart 16 VR
6. Keine negativen Auswirkungen für das Bauvorhaben Karlsruhe-Basel zu befürchten.: Es geht nicht nur um Stuttgart 21, sondern um Stuttgart-Ulm und da übernimmt der Bund auch die Mehrkosten. Die möglichen Mehr-Milliarden fehlen dann an anderer Stelle, z.B. bei Karlsruhe-Basel.
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